samedi 1 novembre 2008

TRAUMWOHNUNG IN MARSEILLE


Traumhafte Terrassenwohnung
- Ferienwohnungen bei HomeAway FeWo-direkt












Wohnung 35 qm und 17 qm Terrasse mitten in Marseille, im Panier, dem historischen Stadtzentrum, 10 Minuten zu Fuss vom Alten Hafen VIEUX PORT, zentral, U-Bahn, Tramway, Bahnhof, Parkgarage.

Two rooms appartment, 35 qm and 17 qm terace in the center of Marseille, in Le Panier, the historical center; 10 minutes walk to the VIEUX PORT, central, underground, tramway, railway station, parkings.

T2, 35 m2, 17 m2 de terrasse au centre de Marseille, au Panier, le coeur historique, le plus vieux quartier de France!
10 minutes à pied du Vieux Port, au centre, métro, tram, gare Saint Charles, parkings.










Ansichten der Mieter: November 2009
Sandra B: "Der nette Abholservice hat wunderbar geklappt und die Wohnung war angenehm sauber. Marseille, das Meer und die Calanques haben uns sehr gut gefallen."

August 2009

Wohnort des Bewerters : Cologne

Ankunftsdatum : Aug 25, 2009

Punkte-Bewertung : 5/5

"Perfect Location, clean and comfortable appartement, nice Weather;-))
Renter is well organized and gives detail information about Marseille (which ist not dangerous) - thank you

Tina: "In Marseille war es sehr schön! Deine Wohnung ist wirklich klasse. Wir hatten einen sehr entspannten Urlaub: Jeden Tag waren wir an einem anderen Strand. Am späten Nachmittag, wenn die Hitze nachgelassen hat, sind wir dann in der Stadt auf Entdeckungsreise gegangen. Natürlich war es sehr heiß, aber wir haben uns zu helfen gewusst, zum Beispiel mit kalten Duschen und Fußbädern auf der Terrasse. Franca hat sich an den activitées creatives am Prado-Strand beteiligt. Das ist wirklich toll, was dort alles für Kinder angeboten wird.
Das Panier hat uns auch sehr gut gefallen. Abends war immer etwas los: Open-air-Kino oder Fußballschauen in der Kneipe oder einfach schön Essen gehen.
Also: ein rundum schöner Urlaub.
Christoph ist übrigens sehr freundlich und hilfsbereit. Es hat alles wunderbar geklappt!"

Reviewal
Date of Arrival : May 15, 2009

Name on Contract : Le Panier

Review Rating : 5/5

Review Title : 257962 - "Home from Home"

"The apartment was spotless, very homely, and had everything we needed. Everything seemed new or very well preserved. The kitchen was well equipped, the bathroom included a wonderful powerful shower, and the bedroom and living room were big enough to chill out and relax in, with simple but pleasing decor. The roof terrace turns a good apartment into a great apartment. It is a hidden gem, a haven in the middle of a bustling city. With lots of room for a hammock, deck chairs and a dining table set, it encourages indoor/ outdoor living. The owner keeps a comprehensive supply of everything you might need to hand: bulbs, cloth napkins and tablecloths, cushions, books, maps, cotton wool, etc. She seems to have thought of everything.

The apartment is located in the middle of the old town centre, with artisan stores lining the surrounding cobbled lanes, beautiful churches, domes and spires filling the skylines and a sense of community, safety and friendliness lingering from a bygone age. The terrace looks onto a square where cafes bustle and the aroma of baking and coffee waft upwards. Fresh bread, ice-cream and french food at its best are all on the doorstep. The centre of the new town is less than 10 minutes away.

We had a wonderful time, and recommend staying there for a relaxing home away from home. I give this apartment 10 out of 10 for decor, location and facilities."



Ansichten der Mieter, 12.8.2009 Alexander:

"Hallo Martina,

es war wirklich klasse in Marseille. Das Wetter war einfach perfekt und wir haben viel Zeit am Strand verbracht. Mal am Prado, mal kleinere Strände in La Ciotat und Cassis. Le Panier war ebenfalls klasse. Speziell Ihre Wohnung hat den ganzen Aufenthalt noch versüßt ;-) Mit dem Auto gab’ es zum Glück auch keine Probleme, wir haben im Phocéene geparkt.

Wir würden sehr gerne in Zukunft nochmal wiederkommen!! Am liebsten wären wir auch gleich dort geblieben, aber die Arbeit in Deutschland ruft..."



Juli 2009

Sascha, Ende Juni/Anfang Juli 2009: "War wirklich klasse. Tolle Lage der
Wohnung und selber ist das Apartement spitze, wie ganz Marseille...
Also es kann gut sein, dass wir demnächst wieder zurück kommen, da es in
und um Marseille noch viel zu entdecken gibt."



16.4.2009:
"Liebe Frau Zimmermann,

ja, wir haben uns sehr wohlgefühlt in Marseille, auch wenn es erstaunlicherweise etwas kühler war als in Deutschland. Das Tollste war natürlich die Dachterasse, die wir ausgiebigst genutzt haben. Die Place des Moulins hatte es uns auch angetan, und natürlich die interessante Mischung an Menschen im Viertel. Ich glaube, Panier ist wirklich das schönste Quartier der Stadt, so ruhig und das mittendrin, unglaublich. Da wir mit dem Zug gekommen sind, hatten wir auch Zeit, anzukommen und zu entspannen. Wir mussten über paris fahren, aber es ging gut - und war wahrscheinlich wegen dem Nato-Gipfel in Straßburg sowieso die bessere Route.

Leider haben wir es nicht in Ihre Lieblingspizzeria geschafft, sondern meist nur zum arabischen Bäcker an der Republique. Da müssen wir wohl glatt wiederkommen. Aber immerhin waren wir in Estaque und in Cassis (mit dem Bus). Muscheln und Fisch haben wir auch gegessen.

Nochmals vielen Dank, Gruß Elvira T."


Neue Fotos, im Sommer, mit Teppichen











Appréciation formulée le 16/02/2009 par Monsieur Michel B.

La description de l'annonce sur Homelidays était-elle conforme la réalité ?
Logement
5/5
Equipement
5/5
Environnement
5/5

Global
5/5

Observations
"Appartement très calme, très propre, très bien équipé qui correspond bien à la description initiale. La terrasse, spacieuse, doit être très agréable par beau temps, la pluie ne nous ayant pas permis d'en profiter. L'accueil est parfait, très chaleureux. Une remarque cependant: l'ascension jusqu'au 4ème étage est pénible sauf si on est jeune ou sportif !"

Conseillerez-vous à un ami cette location de vacances ? Oui
Feriez-vous confiance à Homelidays pour votre prochain séjour ? Oui







Die Wohnung ist von Grund auf renoviert, neue Elektrik, Einbauküche, neues Bad, neu gestrichen, neue Möbel.
Vermietbar ab Oktober 2008

The appartment is renovated completely, electricity, kitchen, bathroom, new paintings, new mobiliar.
to be rent from october 2008 on

L'appartement est totalement rénovaté, électricité, cuisine, sdb, peinture, mobilier. à louer à partir d'octobre 2008

Bienvenu, willkommen welcome!







Appréciation formulée le 02/12/2008 par Madame CHRISTINE G.

La description de l'annonce sur Homelidays était-elle conforme la réalité ?
Logement
5/5
Equipement
5/5
Environnement
5/5

Global
5/5

Observations
"Appartement propre, refait à neuf.Terrasse très agréable. Accès un peu difficile car au 3ème étage avec des marches très hautes. Accueil très agréable des personnes sur place. Bien situation car on est à quelques minutes du centre ville et du port..."

Conseillerez-vous à un ami cette location de vacances ? Oui
Feriez-vous confiance à Homelidays pour votre prochain séjour ? Oui




Blick von der Terrasse auf die Vieille Chartité, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Ausstellungen



From the terace you see Vieille Chartité, important sightseeing point of Marseille, nice and important expositions

Vue de la terrasse sur la Vieille Charité, important monument de Marseille, belles et importantes expositions



Marseille ist die Stadt mit am meisten Sonne in ganz Frankreich!

Marseille is the town with the most sun all over France!

La ville de Marseille, dans les Bouches du Rhône, est la ville la plus ensoleillée de France.


Chaque année, le soleil y brille en moyenne 2801 heures, selon les chiffres enregistrés par Météo France entre 1970 et 2000. C'est le score le plus important du pays. Bordée par la mer, la cité bénéficie du climat méditerranéen marqué par des étés chauds et secs et des hivers doux et humides. De juin au mois d'août, l'ensoleillement dépasse les 300 heures mensuelles jusqu'à atteindre son apogée en juillet avec en moyenne 359 h.

Station Méteo France de Marseille Marignane : Altitude : 5 m
Fort ensoleillement : 161 jours
Faible ensoleillement : 63 jours

Starke Sonne: 161 Tage
Schwache Sonne: 63 Tage

strong sun: 161 days
week sun: 63 days


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Place de la Vieille Charité


Der ideale Ort für einen Marseille-Aufenthalt




Le Panier







the best place for a stay in Marseille



Le lieu idéal pour un séjour à Marseille



MARSEILLE: KULTURHAUPTSTADT EUROPAS 2013
CAPITALE EUROPEENNE DE LA CULTURE 2013
EUROPEAN CULTURE CAPITAL 2013


Marseille Kulturhauptstadt 2013: Das "Paris des Südens"



Marseille- Die älteste Stadt Frankreichs entstand der Sage nach aus der Liebe eines einheimischen Mädchens zu einem phönizischen Seemann. In der Hafenstadt begegnen sich seit jeher Menschen aus fernen Ländern: Marseille war der Hauptumschlagplatz des französischen Kolonialreichs. Filme und Krimis machten Marseille berühmt als Stadt der Ganoven. Dieses Image gehört schon lange der Vergangenheit an, doch nun hat Marseille auch noch den Zuschlag erhalten als „Kulturhauptstadt Europas“ 2013. Martina Zimmermann empfiehlt einen Besuch, auch im Herbst oder Frühjahr scheint dort die Sonne!


Fischmarkt am Alten Hafen von Marseille: Jeden Morgen verkaufen die Fischer ihren frischen Fang, zum Teil zappeln die Fische sogar noch! Auf der Prachtstraße Canebière fährt die neue Tram, die sogar eine Klimaanlage hat! Auf dem Hügel über dem Meer thront über der Kirche Notre Dame de la Garde die Schutzpatronin, die in Marseille „die gute Mutter“ genannt wird. Yachten und Segelboote liegen im Hafen vor den beiden Festungen, und über allem scheint die Sonne im blauen Himmel. Eine Postkartenansicht. Nana Lu Branot verkauft hier seit 60 Jahren Fisch:

"Verstehst du, daß ich stolz bin auf Marseille? Ich würde nicht für alles Gold der Welt weggehen. Mein Schätzchen, Ihnen gefällt´s vielleicht auch woanders. Ich wurde hier geboren und ich gehe hier nicht weg, nicht mal in Urlaub!"

In Marseille, wo es mitten in der Stadt Strände gibt, fühlen sich die Einwohner das ganze Jahr wie im Urlaub! Typisch südländisch ist es auch, daß die Menschen immer zu einem Schwätzchen aufgelegt sind. Nanas 82jähriger Ehemann zeigt gerne seine Fotos als junger Mann:

"Verstehen Sie nun, daß ich viel Erfolg hatte bei den Frauen? Was für ein schöner Mann! Und als Fischer fischte ich Tonnen!"

Die Fische sind heute teuer geworden. Dennoch lohnt es sich, die Bouillabaisse zu probieren, die Marseiller Spezialität. Christian Buffa, der Küchenchef eine bekannten Restaurants am Alten Hafen, erklärt:

"Am Anfang war die Bouillabaisse die Speise der Armen. Der Fischer ging fischen und verkaufte seinen schönsten Fang am Hafen. Die weniger schönen Fische, die angeschlagen waren oder zu klein, nahm er mit nach Hause und machte daraus einen Bouillon, den man Bouillabaisse nannte. Mit diesen kleinen Fischen macht man heute eine gute, geschmackvolle Suppe. Heute kommen aber auch schöne Fische hinein, bei uns bekommen Sie sechs verschiedene Fischsorten." Christian Buffa in seiner Küche






Fanny heißt die Blondine mit Blumenhut, roter Sonnenbrille und Rüschenrock, die im Alten Hafen französische Seemansweisen singt für die Besucher aus aller Welt, darunter eine Gruppe von Deutschen aus der Partnerstadt Hamburg:

"So mitten in der Stadt so einen schönen Hafen zu sehen is fein", so die Mutter. "Es hat wirklich sehr viel Charme", meint die Tochter, "die Sonne scheint und das sieht alles sehr schön aus." Der Sohn stimmt zu: "Ich finde vor allem die ganzen Fassaden an den Häusern in der Innenstadt klasse, sehr beeindruckend, die Verzierungen, Balkone usw. find ich super. Man sagt ja auch Marseille ist das Paris des Südens, und was ich bis jetzt gesehen habe, kann ich das nur bestätigen, sehr hübsch, gefällt mir sehr gut."


Marseille im Internet:
www.marseille-tourisme.com
Restaurant Miramar, Bouillabaisse für 58 Euro (teuer, aber fein), 12, Quai du Port 13002 Marseille 0491911040 yyy.bouillabaisse.com
Tourismusbüro: www.marseille-tourisme.com
Zahlreiche Sommerfestivals, jedes Jahr im Herbst bis Ende Oktober die Fiesta des Suds, Musik aus der Welt und aus Marseille www.dock-des-suds.org
Ausflug in die Calanques (Meeresfelsbuchten) www.visite-des-calanques.com
Marseilleblog von Martina Zimmermann, die eine Wohnung in Marseille hat: www.marseillevonmartinazimmermann.blogspot.com
T-Shirt-Laden von jungen Designern, die bald sehr angesagt sein werden: Brick City,3, rue des trois mages 13001 Marseille, Viertel La Plaine www.brickcity.eu

jeudi 2 octobre 2008

Wohnen in Marseille


Zwei arabische Frauen stellen ihre Plastiktüten ab, um sich zu unterhalten. Die eine ist im grauen Dschellaba gekleidet, die andere auf europäische Art, in schwarzer Hose und weißer Bluse. Ein Afrikaner verkauft Erdnüsse an einer Ecke, er diskutiert mit zwei Landsmännern. Ein Mädchen mit blondgefärbten Haaren wirft einen Blick in eine der Boutiquen. Zwei junge Schwarze in T-Shirt und Jeans eilen den Boulevard entlang. Hinter ihnen läuft ein Mann mit modisch geschorenem Kopf, er dürfte von der Reunioninsel stammen. Multikultureller Alltag auf dem Cours Belsunce. Eine Normalität in Marseille. Die älteste Stadt Frankreichs feiert dieses Jahr ihr 2600jähriges Bestehen. Der Sage nach entstand Marseille aus der Liebe eines einheimischen Mädchens zu einem phönizischen Seemann. Daniel Grocourt, Direktor für das Kulturerbe der Stadt:

Die Phönizier kamen, nachdem sie ihre Orakel im orientalischen Mittelmeerraum befragt hatten. Sie brachten alles mit, was die Orakel empfohlen hatten und kamen nach Marseille. Der Mythos besagt, daß der schöne Protis vom König Nan in Marseille eingeladen wurde. Seine Tochter war begeistert vom Neuankömmling, und sie reichte ihm den Becher, den sie dem geben sollte, den sie zur Heirat auserwählt hatte. Das bleibt in Erinnerung. Das ist das Zeichen einer Allianz zwischen den Leuten von hier und den Leuten von woanders.

In der Hafenstadt begegnen sich seit jeher Menschen aus fernen Ländern: Aus dem Norden kamen die Protestanten, vom Meer die Griechen, die Armenier oder die Türken, die Italiener, Spanier, Portugiesen, Korsen, die Vietnamesen und die Algerier. Marseille war der Hauptumschlagplatz des französischen Kolonialreichs. Filme und Krimis machten Marseille berühmt als Stadt der Ganoven, der Gauner, der Mafia, der korrupten Politiker. Dieses Image gehört der Vergangenheit an, meint Serge Botelli. Er koordiniert die Feierlichkeiten zum 2600. Geburtstag im Marseiller Rathaus:

Marseille ist heute in Mode. Die Fußball-Weltmeisterschaft 1998 hat das beschleunigt. Ich habe mit deutschen Fernsehsendern gearbeitet. Welches Bild hat man, wenn man hier ankommt: Marseille, Hafenstadt, das ist nicht mal ein schlechter Ruf. Das bedeutet nur, daß man im Hafen nicht baden kann. Und dann haben sie eine Landschaft entdeckt. D.h., das war ein psychologischer Schock in der positiven Richtung. Sie haben eine Stadt entdeckt, die eine lange Meeresfront hat. Hier beginnt die Cote d´Azur! Außerdem ist Marseille fotogen. Die Bilder von der Reede, den Inseln vor der Stadt, vom Hafen, da staunen wir selbst drüber. Das ist sehr fotogen. Es gibt nicht viele Städte, die 30 Kilometer Strand haben.






Marseille hat doppelt soviel Fläche wie Paris, eine Million Einwohner. Die Stadt besteht aus 111 Dörfern, und das 112. Dorf, so heißt es, sei das Meer. Der Alte Hafen mit seinen Segelbooten, den zwei Festungen an der Einfahrt, die „Corniche“, die Küstenstraße mit ihren versteckten Buchten und Fischerhäfen... und über allem strahlt die Sonne im blauen Himmel... das alles macht schon was her.

Panier







Das älteste Viertel von Marseille, - und von ganz Frankreich -, ist das Panier. Es liegt gleich über dem Hafen auf einem Hügel: Enge Gassen, alte Häuser, Plätze... man fühlt sich mehr in einem sizilianischen Dorf als in Frankreich. Kinder spielen auf der Straße, alte Leute sitzen plaudernd vor der Tür auf dem Trottoir. Der 2000 verstorbene Schriftsteller Jean-Claude Izzo führte mich zum ersten Mal in das Viertel.

Am Anfang war es das Viertel der Fischer, und dann, da es kleine Straßen sind, wurde es gleichzeitig das Viertel der Prostitution. Während des Krieges war es dann der Zufluchtsort der Resistancekämpfer. Es war auch der Ort, von dem aus die Juden nach Spanien flüchteten. Historisch ist dieses Viertel sehr beladen. Danach wurde es das Einwandererviertel, hier gibt es nicht wenige Afrikaner und Nordafrikaner. Und heute wird es renoviert.

Den Wohnungen in den engen Gassen fehlt es an Licht, sie sind winzig klein und feucht. Die Bewohner setzen sich daher abends lieber auf die Straße, die als Balkon dient. Nur in den oberen Etagen der maximal vier Stockwerke hohen, schmalen Häuser sind zum Teil herrliche Terrassen.
Alain von der Band Accoulsax führte mich in die Montée des Accoules, nach der sich die Band benannt hat. Denn hier haben sie ihr Büro, und einen Raum zum Proben.

Im Treppenhaus ist kein Licht. Hier glaubst du dich eher in Kinshasa als in New York, hier ist es „à l´ancienne“. Erklärt Alain. Er will mir eine CD vorspielen mit der Musik seiner Band. Allein, ein CD-Player ist nirgens aufzutreiben. Die Nachbarn empfangen ihn zwar freundlich, etwa zehn Leute aller möglichen Hautfarben sitzen hier vereint, rauchen, reden, in einem armseligen Zimmer, das mit Möbeln vom Sperrmüll eingerichtet ist. Hier wohnt Pierre, dessen Wohnung allen offen steht. Die Stereoanlage funktioniert nicht. Pierre lacht:

Das erinnert mich an das erste internationale Filmfestival in Burkina Faso, als Sankara noch Präsident war... am ersten Tag hatte der Filmprojektor eine Panne, und keiner konnte ihn reparieren. In diesem afrikanischen Ambiente warteten alle, keiner tat was, und Sankara lud alle in eine Disco ein. Zwei, drei Tage später haben sie dann jemand gefunden, der den Apparat reparierte.
Die Musik bekomme ich also nicht zu hören. Dafür erklärt mir Alain, was es mit dem Viertel auf sich hat.

Wir sind hier über dem Sitz der griechischen Stadt, die erste menschliche Siedlung in Marseille war auf diesem Hügel. Das ist ein altes Viertel, in dem man nur sehr schwer mit dem Auto vorankommt. Für manche sind die Hausmauern elendig, aber es gibt auch schöne Fassaden. Das ist ein Barrio, oder eine Medina.
Das meiste gefällt mir hier, vor allem die Qualität der menschlichen Beziehungen im Viertel. Du kennst die „bar des 13 coins“, da sind Leute, die am unteren Ende der sozialen Leiter stehen, die aber wunderbare Menschen sind. All die kleinen Voyous, Clochards, und die Bewohner des Viertels. 12´55 Was mir nicht gefällt, sage ich sage dir nicht. Ich habe keine Lust, im Hafen zu landen, mit ein paar Betonklötzen an den Füssen hähähä.

scherzt Alain. Denn noch vor 30 Jahren brachte man sich in den Straßen des Panier um. Mafiosi beglichen untereinander Rechnungen, und keiner traute sich, etwas zu sagen. Doch inzwischen ist das Panier als Heimatschatz/Kulturerbe entdeckt worden. Ho Andou ist vietnamesischer Herkunft. Seit 24 Jahren arbeitet er als Architekt und Urbanist für die Stadt. Marseille ist die älteste Stadt Frankreichs, doch viele „Sehenswürdigkeiten“ befinden sich unter der Erde. Sobald irgendwo gebaut und gegraben wird, stoßen die Archäologen auf Funde aus der Antike. Deshalb wurden alle unter- und überirdischen Daten der unter Denkmalschutz stehenden Viertel im Computer gespeichert - in seiner Vollständigkeit ein in Frankreich bisher einzigartiges System, das bei jedem Bauvorhaben konsultiert wird. Gerade das Panierviertel wird als historisch besonders wertvoll besonders geschützt. Nicht nur, daß die Fassaden der Häuser nicht verändert werden dürfen. Selbst neue Materialien müssen genehmigt werden, damit sie dem Charakter des Viertels entsprechen.

Es handelt sich bei der Bevölkerung um Rentner und Leute, die nicht viel Geld haben. Wenn sie in einem solchen Viertel sagen, man muß renovieren, restaurieren, die Wohnungen normgerecht umbauen, dann kostet das viel Geld. Aber diese Leute haben kein Einkommen, um das zu bezahlen. Die Stadt hat die erste Restaurierungsoperation 1973 begonnen. Man restaurierte das wichtigste Monument, die vieille charité, das ehemalige Armenhospiz. Danach kamen Kabel- und Kanalisationswege dran. Aber es geht sehr langsam voran, wegen der sozialen Handicaps.
Wenn Sie sagen, da wird eine Renovierungsoperation durchgeführt, dann wird in Frankreich automatisch spekuliert. Um das zu verhindern, kauft die Stadt über das Vorkaufsrecht bestimmte Gebäude auf und verkauft sie dann zum Kaufpreis an Privatpersonen weiter.





Die Vieille Charité ist heute die schönste Sehenswürdigkeit von Marseille.



Ihre Kuppel wird nachts angeleuchtet. Im Innern befindet sich ein Museum, die wichtigsten Ausstellungen der Stadt finden hier statt, im Innenhof manchmal Konzerte.


Die höre ich von meiner Terrasse aus. Ich habe nämlich Mitte der 90er Jahre eine Wohnung gleich nebenan gekauft. Damals erzählten selbst meine Marseiller Freunde schreckliche Geschichten von Einbrechern, Autoknackern und von Wäsche, die in diesem Viertel von den Leinen geklaut werde. Sie fürchteten, auf dem Heimweg ausgeraubt zu werden. Inzwischen kommen sie alle ganz gerne in dieses Viertel. Fast alle Häuser in der Straße sind renoviert worden, und Besucher behaupten, das sei das schönste Viertel von Marseille. Es haben sich Souvenir- und Kunstboutiquen niedergelassen, eine Biokosmetikerin und Restaurants; zahlreiche Festivals und Openair-Kinovorführungen bringen die Marseiller ins Viertel, Touristen bevölkern die Gassen, der "petit train" fährt im Stundenrhythmus durch. Oft werden hier Filme gedreht, die die schöne Kulisse nutzen. Auch Jean-Claude Izzos erster Roman "Total Kheops" (UNIONSVERLAG)spielte in diesem Viertel. Denn hier wohnten seine Eltern, bis sie von den Nazis vertrieben wurden. Die deutschen Besatzer sprengten die untere Hälfte des Viertels, die am Alten Hafen gelegen ist, in die Luft. Die Bewohner mußten innerhalb von 48 Stunden ihre Habe zusammenpacken und ihre Wohnungen verlassen. Der Wiederaufbau nach dem Krieg dauerte fünf Jahre. Den unteren Teil des Panier verschandeln seither häßliche, funktionelle Betonbauten. Vcon hier aus geleitete mich Jean-Claude Izzo auf die andere Seite des Hafens, zum Pharopalast:

Das ist für mich der schönste Ort von Marseille, weil einem hier Marseille zu Füßen liegt. Rechts sieht man die Jungfrau der Kathedrale, das Wahrzeichen der Stadt, aber vor allem sieht man den Eingang des Hafens.

Die Reichen wohnen in schönen Wohnungen und Villen im sog. Südteil der Stadt, die Armen im Norden, wo sich Hochhaussiedlungen ohne Ende aneinanderreihen. Das Grand Projet Urbain soll als „großes städtisches Projekt“ das Stadtbild im Norden bis 2010 beträchtlich verändern. 1, 2 Milliarden Francs investieren Stadt, Staat und Region. Maurice Mathieu führt mich durch die betroffene Zone, das 15. und 16. Arrondissement von Marseille - 2500 Hektar, 70 000 Einwohner. Neun Dorfkerne, 13 Hochhaussiedlungen. Sie wurden in den 60er Jahren hochgezogen. Doch nach der Unabhängigkeit der Kolonien schlossen die Erdnuß-, Mehl- und Griesfabriken. Dafür kamen mit dem Verlust Algeriens zahlreiche pieds-noir, Algerienfranzosen. Sie wurden in diesen Sozialwohnungen untergebracht. Mit dem sozialen Aufstieg kauften sie Wohnungen im Umland, neue Einwanderer übernahmen die Wohnsilos. 1974 verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage mit dem ersten Ölschock. Die Bewohner der Siedlungen überlebten dank der Solidarität innerhalb der Familien.

Die Siedlung Plan d`Aou sieht ziemlich verfallen aus. Betonklötze, in denen sich 500 Wohnungen befinden, nur die Hälfte davon ist bewohnt. Die Wohnungen im Erdgeschoß sind bereits zugemauert, denn die Siedlung soll demnächst teilweise abgerissen werden. Sie liegt auf einer Anhöhe, und das einzig Schöne ist der herrliche Blick aufs Meer. Ein paar Kinder spielen auf dem Sportplatz vor der Häusern. Läden oder Cafés gibt es hier nicht. Maurice Mathieu erklärt das Bauvorhaben:

Manche von den Wohnungen, die sie hier sehen, werden rehabilitiert. Neue Wohnungen nach den derzeitigen Normen werden gebaut werden. Im Erdgeschoß wird es Händler geben und Boutiquen. Aus Saint Antoine und Plan d´Aou, die heute physisch getrennt sind, soll ein einziges Viertel werden.

Der Bahnhof im benachbarten Dorf Sainte Antoine soll wiedereröffnet werden, und Leben ins Dorf und in die benachbarte Siedlung bringen. Mietwohnungen und Eigentumswohnungen sollen gebaut, eine Bibliothek und eine Inline-Skater-Bahn geschaffen werden.
Das Nachbarviertel Castellane ist in ganz Frankreich berühmt: Aus dieser Siedlung stammt Zinedine Zidane, der französische Fußballweltmeister. Ein paar Jugendliche reparieren vor den Hochhäusern ihre Zweiräder.

Zizou hat uns ein bißchen geholfen. Er gibt uns Mut.
Zizou ist der Spitzname von Zidane.

Euromediterranee ist ein weiteres gigantisches Projekt. Im Zentrum, an der Joliette, gleich neben dem Hafen, wurde auf 310 Hektar renoviert. Aus baufälligen Häusern wurden luxuriöse Büroräume und Wohnungen.

Die gesamte Küste im Nordteil der Stadt wird umgebaut. Die Estaque war früher ein malerisches Fischerdorf, das Impressionisten und andere Malern verewigten. Heute ist die Estaque ein Stadtteil von Marseille. Von hier aus bis hin zum Hafen hin soll das Meer den Bewohnern zugängig gemacht werden. Geplant sind eine Strandpromenade, Grünflächen, ein Stadion, eine Fischereischule, Zentren mit Wassersportmöglichkeiten, eine Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe... der so erneuerte Stadtteil soll auch Touristen anlocken, meint Maurice Mathieu:

Eine Nacht im Tourismus bedeutet eine Arbeitsstelle. Bisher ist Marseille eine Stadt, die viel Touristen empfängt, aber sie bleiben nicht lange. Wir möchten, daß sie bleiben. Die neue Landschaft könnte sie zum Bleiben einladen.



Das ändert sich so langsam. Die Pariser begeistern sich für die Stadt, die nur drei TGV-Stunden entfernt ist. Und man hört immer mehr Deutsch und Englisch in den Strassen! Marseille lohnt einen Besuch:

2013 ist Marseille europäische Kulturhauptstadt!


Zur Stadtentwicklung gehört die Kultur: Marseille war Vorreiter mit der Idee, daß, wo Arbeitslosigkeit solchen Schaden anrichtet, die Kultur Arbeitsplätze schaffen kann. Das Kulturzentrum La Friche ist eine ehemalige Tabakfabrik auf einem riesigen Gelände, wo Ateliers, ein Tonstudio, ein Restaurant und eine Radiostation eingerichtet wurden. La Friche gehört zum Gebiet von Euromediterrannée.

Das ist ein wichtiger kultureller Ort in Marseille, da finden Konzerte und Shows statt, kulturelle Aktivitäten mitten auf dem Sektor von Euroméditerranée. Diese öffentliche Einrichtung, die ich leite, will das entwickeln, und den wirtschaftlichen Bereich hinzubringen. Denn wer malt, braucht Leinwand. Braucht einen Rahmenmacher in der Nähe. Kulturelles Genie bringt wirtschaftliche Entwikclung. Wir versuchen, das zusammenzubringen.

Die Fiesta des Suds ist ein Musikfestival, das 1994 zum ersten Mal in Marseille stattfand. Heute kommen 45-50 000 Zuschauer aus Marseille und ganz Frankreich. Parallel zum Festival finden Lesungen und Konzerte in den Cafés der Region statt. Den Erfolg erklärt sich Florence Chastanier, eine der Organisatoren, so:

Wir wollten etwas auf die Beine zu stellen, das dieser Stadt ähnelt, womit man sich identifizieren kann. Wir waren immer in Gebäuden, die zum Kulturerbe der Stadt gehören, vor allem zum Hafen. Die Konzerte fanden meist in den Docks statt. Wir wollten etwas aus den Wurzeln der Stadt entwickeln, aber nicht nostalgisch mit Folklore, sondern mit lebendiger, moderner Musik. Unser Süden erstreckt sich von Istanbul bis Rio. Der Süden ist auch eine Frage der Mentalität. Nicht, daß die Leute aus dem Norden nicht gerne feiern. In Lille gibt es große Feste, in Deutschland das Oktoberfest, überall wird gefeiert. Aber ich glaube, hier ist die Lust am Feiern in konzentrierter Form vorhanden.

Marseille, die Stadt der Kontraste, hat noch eine Besonderheit: Anders als in den Vororten von Paris und Lyon, wo Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei fast zum Alltag gehören, hat es in Marseille bisher noch selten Randale gegeben. Selbst als im Februar 1995 der 17jährige, von den Komoren stammende Farbige Ibrahim Ali von Plakateklebern der Front National ermordet wurde, konnte ein Aufstand verhindert werden. Zahlreiche Vereine und Organisationen aus den schwierigen Vierteln setzten sich mit den aufgebrachten Jugendlichen an einen Tisch; auch die Medien räumten ihnen Platz ein... Die Tradition als Einwandererstadt sei angesichts der landesweiten Vorortproblematik eine Chance für Marseille, meint auch Serge Bartolini. Bartolini ist Leiter von 40 Jugendzentren in Marseille und Umgebung:

Nicht, daß es einfach wäre, wenn man in Marseille als Ausländer, als Dunkelhäutiger und ohne Geld ankommt. Das ist in Marseille dasselbe wie überall. Aber hier gibt es Verbindungen, Organisationen und Vereine der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Sie funktionieren, sie können immer helfen. Bevor einer beim Sozialamt ankommt, hat er schon bei diesen Organisationen Hilfe gefunden. Ein weiterer Punkt ist geografischer, geopolitischer Art: In Marseille sind die Problemviertel nicht in den Vororten, sondern in die Stadt integriert. Da hat man weniger das Gefühl, in einem Ghetto zu leben. Wenn die Jugendlichen ins Fußballstadion gehen, sind sie stolz darauf, Marseiller zu sein. In den Vororten von Paris fühlt man sich nicht als Pariser! Hier schafft das eine starke Verbindung zur Stadt, und auf solchen Symbolen beruht oft eine Gesellschaft.


Strand

Der über 20 Kilometer lange Strand ist allen Bewohnern zugänglich. Auch den Armen aus den Nordvierteln. Und die Fans des Fußballclubs Olympique Marseille kommen zuhauf aus diesen Vierteln - diese Identifikationsmöglichkeit gibt es in anderen Großstädten nicht. Am Alten Hafen stehen die Leute Schlange vor dem Schalter, an dem die Karten für das nächste Spiel von OM verkauft werden:

Wir mögen OM, das ist der beste Verein Frankreichs. Bestes Publikum, bestes Stadion.

Wegen der Stimmung! So ein Team, so eine Stimmung, das gibt es sonst nirgends.

Marseille ist die Stadt des runden Leders. Die Stadt mit Sonne, Meer, Pastis und OM.


Bar im Panier: Hier werden die Fussballspiele übertragen


Der Politologie Jean Viard wird der auch der „Denker von Marseille“ genannt, weil er viele Werke über die Hafenstadt geschrieben hat. Er meint, daß Marseille eine Stadt mit Zukunft sei:

Was die Dynamik einer Stadt ausmacht, ist ihre Vergangenheit und die Erinnerung daran; die Kompetenz ihrer Bewohner und der Austausch: Zwischen nah und fern, zwischen verschiedenen sozialen Schichten, Herkünften, Kulturen. Eine homogene Stadt, ob sie nun arm oder reich ist, kann nicht kreativ sein. Insofern hat Marseille mehr Vorzüge als so manch andere Stadt Europas. Die sind meist homogen, denen fällt es daher schwerer, die moderne Welt zu erfassen.